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05
Nimm mein Herz mit Dir, wenn du gehst
2018

In der Ferne verblasst die Dämmerung.

Die Stadt entwirrt ihre pinken Korsette zu Wollfäden.

Eine unsichtbare Neuordnung beginnt

Mit dem Versprechen, Hitze im kalten kahlen Land zu finden.

Ihre Götter haben ihr den Weg des roten Flusses gewiesen.

Sie schließt sich auf und spürt Vertrauen.

Je näher der Abend,

Je mehr entschwindet die Welt

Wie im durchsichtigen Nadelöhr.

Mindestens Hundert Lichter tropfen fangender Kohle zeigen sich im befreiten Abendhimmel,

Nehmen ohne Schatten die erste Stufe der unsterblichen Nacht.

Sie ist in allen Zuständen:

Fasst mich nicht an. Lasst mich!

Ihr größtes Geheimnis ist,

Dass sie nichts mehr zu verbergen hat

Und dadurch für die anderen ungreifbar wird.

Alles vereint im Mysterium.

In ihrem tieferen Sinn weiß sie, was sie ist.

Der Schmerz hat sich mit ihr bekannt gemacht.

Ihr ganzes Wesen lebendig im Dunkel.

Ungeziefer folgt der inneren Stimme.

Steine schweben auf Zuckerwatte.

Ein letzter Blick auf ein verwandtes Antlitz.

Sie kämmt sich das Feder Haar

Mit ihren rauen Händen.

Ihr ausgepresstes Herz schlägt gleich in ihrer Unwirklichkeit

Verliert sich im Tempo der Wirklichkeit.

Eins im Erscheinen ihrer Träume.

Eins im Leben ihrer Träume.

Eins im Erwachen ihrer schlimmsten Alpträume.

Sturm der Gezeiten.

Wenn sie nicht mehr darin lebt, ist sie nicht mehr Eins.

Ihre Augen erzeugen eine Perlenkette,

Sehen endlos in die schöne Schwärze.

Schon längst schmeckt ihr das Süße nicht mehr.

Ihre Küsse hat sie in den Alpillen versteckt

Hinter dem Busch mit den weißen Blüten.

Sie wirft den gesegneten goldenen Ring des Dogen in die Adria.

Nimm mein Herz mit Dir, wenn Du gehst.

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2018